{"id":958,"date":"2016-02-26T14:18:41","date_gmt":"2016-02-26T13:18:41","guid":{"rendered":"http:\/\/berlin.multisite.julis.de\/?post_type=resolution&amp;p=958"},"modified":"2016-02-26T14:18:41","modified_gmt":"2016-02-26T13:18:41","slug":"start-it-up-liberale-hauptstadtwirtschaft","status":"publish","type":"resolution","link":"https:\/\/regio.julis.de\/berlin-alt\/beschlusssammlung\/start-it-up-liberale-hauptstadtwirtschaft\/","title":{"rendered":"Start It Up \u2013 Liberale Hauptstadtwirtschaft"},"content":{"rendered":"<h2><span id=\"Pr.C3.A4ambel\" class=\"mw-headline\">Pr\u00e4ambel<\/span><\/h2>\n<p>Berlin ist dabei, eine internationale Metropole zu werden. Junge Menschen, kulturelle Vielfalt, geringe Lebenshaltungskosten und eine lebendige Kulturszene sind Elemente die die Stadt zu einem besonderen Ort machen. Dieser Wandel bringt jedoch auch mannigfaltige Herausforderungen f\u00fcr Berlin und seine Wirtschaft mit sich. Die Probleme der Stadt m\u00fcssen in der Zukunft nicht nur gel\u00f6st werden, sondern als neue Chance begriffen werden, um Berlin zu einer besseren und moderneren Stadt zu machen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig m\u00fcssen auch die Probleme gel\u00f6st werden, mit denen Berlin heute zu k\u00e4mpfen hat. Eine hohe Arbeitslosigkeit, knapper Wohnraum und eine \u00c4ngstlichkeit bei innovativen Konzepten und Ideen pr\u00e4gen den f\u00fchrenden Politikstil der Stadt. Berlin profitiert von der guten wirtschaftlichen Situation in Deutschland. Der Senat verpasst jedoch die Chancen durch Reformen die Potenziale einer wachsenden Stadt zu nutzen.<\/p>\n<h2><span id=\"Infrastruktur\" class=\"mw-headline\">Infrastruktur<\/span><\/h2>\n<p>Die Verbesserung der Berliner Infrastruktur ist eine der Grundvoraussetzungen, um die Aufgaben einer Metropole zu meistern. Daher muss der Ausbau der A100 mindestens bis zur Frankfurter Allee vorangetrieben werden und ebenso eine Schlie\u00dfung des Autobahnrings angestrebt werden. Zus\u00e4tzlich sprechen sich die Jungen Liberalen Berlin f\u00fcr die Offenhaltung des Flughafen Tegels aus.<\/p>\n<p>Berlin hinkt beim Ausbau der Glasfasernetze hinterher. F\u00fcr die Jungen Liberalen Berlin ist es eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass in ganz Berlin mindestens eine \u00dcbertragungsgeschwindigkeit von 100 MBit\/s zur Verf\u00fcgung stehen sollte. Um dieses Ziel m\u00f6glichst schnell zu erreichen, fordern die Jungen Liberalen Berlin die F\u00f6rderung des privaten Ausbaus durch hilfreiche Rahmenbedingungen sowie F\u00f6rderprogramme f\u00fcr geringer besiedelte Teile Berlins.<\/p>\n<p>Gleichzeitig muss eine kostenlose WLAN Infrastruktur in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden und Pl\u00e4tzen sowie im Berliner Nahverkehrsnetz geschaffen werden. Dabei muss sich Berlin intensiv darum bem\u00fchen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden und auch die M\u00f6glichkeit eines privaten Betreibers ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<h2><span id=\"Industrie\" class=\"mw-headline\">Industrie<\/span><\/h2>\n<p>Nach einem tiefgreifenden Strukturwandel in den 90er Jahren bergen Berlins klassische Industrien mit \u00fcber 100.000 Besch\u00e4ftigten und einer Bruttowertsch\u00f6pfung von 9,6 Milliarden Euro im Jahr 2014 wieder gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr die Berliner Wirtschaft.<\/p>\n<p>Um dieses Potential zu nutzen und zu f\u00f6rdern, m\u00fcssen die Berliner Betriebe vermehrt die Chancen der Digitalisierung nutzen und ihre Herausforderungen meistern k\u00f6nnen, so dass auch die klassische Industrie von einer starken IT-Landschaft und Hochschulen mit st\u00e4rkerem technischen und naturwissenschaftlichen Fokus profitieren. Daf\u00fcr m\u00fcssen die entsprechenden Rahmenbedingungen gesetzt werden.<\/p>\n<p>Ferner m\u00fcssen der Berliner Industrie Fl\u00e4chen zur Ansiedlung und Expansion zur Verf\u00fcgung stehen. Der Senat sollte landeseigene Grundst\u00fccke und Brachfl\u00e4chen in den Randbezirken zum Verkauf freigeben und ggf. umwidmen.<\/p>\n<p>Auch die Berliner Industrieunternehmen leiden unter dem Fachkr\u00e4ftemangel. Hierbei muss Berlin seine Wirtschaft unterst\u00fctzen und Werbekampagnen, die profilierte, arbeitswillige junge Menschen f\u00fcr die Hauptstadt begeistern sollen, vor allem auf digitaler Ebene ausweiten.<\/p>\n<h2><span id=\"F.C3.B6rderung_der_Immobilienwirtschaft\" class=\"mw-headline\">F\u00f6rderung der Immobilienwirtschaft<\/span><\/h2>\n<p>Nur eine starke und intakte Immobilienwirtschaft kann neuen Wohn- und Gewerberaum entstehen lassen und Berlin als Wohnort f\u00fcr Fachkr\u00e4fte und Studenten bzw. als Standort f\u00fcr Unternehmen attraktiv machen.<\/p>\n<p>Daher sollte die Immobilienwirtschaft vom Senat auch als Chancentr\u00e4ger begriffen werden. Unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Eingriffe in den Markt, wie etwa das Umwandlungsverbot im Rahmen des Milieuschutzes, sollten zur\u00fcckgenommen werden. Die Politik muss sich der Ver\u00e4nderungen in Berlin annehmen und dadurch M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Mieter, Vermieter und Bauherren er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr muss die Traufh\u00f6he von 22 Metern abgeschafft und die Genehmigungspraxis f\u00fcr den Dachausbau vereinfacht werden. Gleichzeitig sollten sich die Bezirke auf designierte Bereiche einigen, in denen die Entwicklung von Hochh\u00e4usern forciert werden kann. Au\u00dferdem sollte der Senat Teile der landeseigenen Grundst\u00fccke verkaufen und f\u00fcr private Investoren \u00f6ffnen, um die Immobilienwirtschaft in Berlin auch f\u00fcr externe Investoren attraktiver zu machen.<\/p>\n<h2><span id=\"Privatisierung_und_Kommunalisierung\" class=\"mw-headline\">Privatisierung und Kommunalisierung<\/span><\/h2>\n<p>Viele Berliner Gro\u00dfunternehmen sind Staatsbetriebe, obwohl Private ihre Aufgaben mit gr\u00f6\u00dferer Effizienz und Wirtschaftlichkeit erledigen k\u00f6nnten. Diese Unternehmen sorgen vielfach f\u00fcr hohe Staatsausgaben, welche ihre Profitabilit\u00e4t zus\u00e4tzlich mindert. Die Jungen Liberalen Berlin fordern daher die Privatisierung des Regelkrankenhausbetriebs von Vivantes und der Berliner Gro\u00dfmarkt GmbH, da es nicht notwendig f\u00fcr die Daseinsvorsorge ist, diese in Landeseigentum zu behalten.<\/p>\n<p>Insbesondere in den folgenden Bereichen sehen wir erheblichen Privatisierungsbedarf:<\/p>\n<p>1. Damit sich die Fehler und M\u00e4ngel beim Bau des BER nicht auch bei dessen Betrieb wiederholen, fordern die Jungen Liberalen Berlin den Verkauf der Berliner Anteile an der Flughafengesellschaft und langfristig eine Vollprivatisierung der Betreibergesellschaft des BER. Dadurch kann der Betrieb effizienter und kosteng\u00fcnstiger f\u00fcr die Flugg\u00e4ste gestaltet werden, sowie eine h\u00f6here Qualit\u00e4t erreicht werden.<\/p>\n<p>2. Das Berliner S-Bahnnetz ist gepr\u00e4gt durch Versp\u00e4tungen und Zugausf\u00e4lle, welche nicht vom Senat behoben wurden. Die S-Bahn ist nicht im Stande ein Nahverkehrsangebot zu schaffen, welches in Berlin ben\u00f6tigt wird. Daher fordern die Jungen Liberalen Berlin die Privatisierung der S-Bahn Berlin GmbH und eine Umstrukturierung des Nahverkehrs, Ziel liberaler Nahverkehrspolitik ist die Schaffung eines funktionierenden Wettbewerbs. In Zukunft m\u00fcssen die Z\u00fcge vom Land Berlin angeschafft und Transportunternehmen, die per Ausschreibung ausgew\u00e4hlt werden, als Betreiber zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Der Betreiber \u00fcbernimmt zudem die Wartung der Z\u00fcge, w\u00e4hrend die Stadt die Einnahmen aus den Ticketverk\u00e4ufen erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Bei allen weiteren Landesunternehmen soll gepr\u00fcft werden, inwiefern eine (Teil-)Privatisierung die Effizienz oder Wirtschaftlichkeit erh\u00f6hen kann. Zudem lehnen die Jungen Liberalen Berlin die Vollkommunalisierung der Berliner Wasserwerke und eine bevorzugte Vergabe des Berliner Strom- und Gasnetzes an ein \u00f6ffentliches Unternehmen ab.<\/p>\n<h2><span id=\"Arbeitslosigkeit\" class=\"mw-headline\">Arbeitslosigkeit<\/span><\/h2>\n<p>Die Arbeitslosenquote in Berlin ist so niedrig, wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Allein in den letzten 2 1\/2 Jahren wurden 120.000 neue Arbeitspl\u00e4tze vermittelt. Dieser allgemeine Aufschwung trifft jedoch vor allem Menschen, die aus anderen Bundesl\u00e4ndern nach Berlin ziehen. Etwa 190.000 Berlinerinnen und Berliner haben keine Arbeit. Dieser allgemeine Aufschwung trifft jedoch vor allem Menschen, die aus anderen Bundesl\u00e4ndern nach Berlin ziehen. \u00dcber die H\u00e4lfte aller Hartz-IV-Empf\u00e4nger der Stadt leben schon seit mehr als vier Jahren von staatlicher Unterst\u00fctzung. Um auch Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, m\u00fcssen Ans\u00e4tze entwickelt werden, die weitergehen, als Weiterbildungen in Branchen in denen ein kurzfristiger Bedarf besteht. Vielmehr ist es notwendig, Angebote zu schaffen, die eine hohe, selbstbestimmte Beteiligung der Hilfsempf\u00e4nger an der Jobvermittlung erm\u00f6glichen und Langzeitarbeitslose individuell f\u00f6rdern. Auf Basis von bestehenden Interessen und Berufserfahrung sollten bereits erlernte F\u00e4higkeiten weiterentwickelt werden, um Chancen f\u00fcr ein selbsterf\u00fclltes Leben zu schaffen.<\/p>\n<p>Sozialausgaben machen im Berliner Haushalt einen der gr\u00f6\u00dften Ausgabenpunkte aus, trotzdem z\u00e4hlen vor allem Kinderarmut, Armut und Langzeitarbeitslosigkeit zu den gr\u00f6\u00dften Problemen der Stadt. Bei diesen Problemen werden jedoch kaum Fortschritte gemacht. Daher m\u00fcssen k\u00fcnftig alle Sozialausgaben bzw. \u2013projekte regelm\u00e4\u00dfig auf ihre Effizienz und Wirksamkeit \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Priorit\u00e4t muss es sein, die Jugendarbeitslosigkeit zu verringern. In allen Bezirken m\u00fcssen Jugendberufsagenturen geschaffen werden, die Hilfe bei der Stellensuche, Bewerbungstrainings und die F\u00f6rderung von individuellem Potenzial anbieten. Insbesondere muss bereits in der Schulzeit eine Beziehung zwischen Jugendlichen und der Arbeitswelt geschaffen werden, um die Interessen der Jugendlichen bei der Berufswahl besser zu treffen. Ebenso m\u00fcssen Berufsschulen genutzt werden, um ein spezielles Ausbildungsangebot zu entwickeln, welches innerhalb von einem bis zwei Jahren Kompetenzen an Jugendliche vermittelt und sie dadurch auf den Arbeitsmarkt vorbereitet.<\/p>\n<h2><span id=\"Integration_von_Fl.C3.BCchtlingen_in_den_Arbeitsmarkt\" class=\"mw-headline\">Integration von Fl\u00fcchtlingen in den Arbeitsmarkt<\/span><\/h2>\n<p>Als Junge Liberale sehen wir angesichts der Fl\u00fcchtlinge, die derzeit in gro\u00dfer Zahl zu uns kommen, nicht nur Probleme, sondern auch Chancen. F\u00fcr uns ist Integrationspolitik ein Investment in die Menschen, das Beste aus ihren F\u00e4higkeiten zu machen.<\/p>\n<p>Asylbewerber sollen k\u00fcnftig, ohne eine Wartezeit absitzen zu m\u00fcssen oder eine Erlaubnis einzuholen, arbeiten d\u00fcrfen und Zugang zu Integrationskursen erhalten. Eine Vorrangpr\u00fcfung muss abgeschafft werden. Zudem muss der Senat darauf hinwirken, dass b\u00fcrokratische H\u00fcrden bei der Anerkennung von ausl\u00e4ndischen Berufs- und Studienabschl\u00fcssen abgebaut werden.<\/p>\n<p>Arbeitsvermittlungsagenturen m\u00fcssen schon bei der Registrierung ersten Kontakt aufnehmen und dadurch fr\u00fchzeitig Berufe zwischen Fl\u00fcchtlingen und Arbeitgebern vermitteln.<\/p>\n<p>Es gilt eine besondere Rechtsstellung f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge in Ausbildung zu schaffen, die es ihnen erm\u00f6glicht ihre Ausbildung zu beenden und anschlie\u00dfend in ihrem Beruf zu arbeiten, ohne dass sie von einer Abschiebung bedroht sind.<\/p>\n<h2><span id=\"Investitionen_und_Steuern\" class=\"mw-headline\">Investitionen und Steuern<\/span><\/h2>\n<p>F\u00fcr uns Liberale ist eine ausgewogene Steuerpolitik eine der wichtigsten Stellschrauben, die der Politik zur Verf\u00fcgung stehen, um die Wirtschaft zu st\u00e4rken, Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen und den Lebensstandard zu erh\u00f6hen. Deshalb fordern die Jungen Liberalen Berlin:<\/p>\n<p>1. Die Senkung des Gewerbesteuerhebesatzes. Die in der Folge steigende Attraktivit\u00e4t und das frei werdende Investitionskapital k\u00f6nnen der Stadt helfen, die Konkurrenz im Umland auszustechen.<\/p>\n<p>2. Die Senkung der Grunderwerbsteuer und des Grundsteuerhebesatzes. Der bundesweit zweith\u00f6chste Grunderwerbsteuersatz von 6,0% und ein \u00fcberdurchschnittlicher Grundsteuerhebesatz von 810% beschr\u00e4nken den Neubau von Wohnungen. Die Abschaffung der aus fiskalischer Sicht v\u00f6llig unbedeutenden Zweitwohnungsteuer.<\/p>\n<p>3. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen alle Haushaltspositionen in ihrer funktionalen Notwendigkeit f\u00fcr die Stadt hinterfragt werden. Erfahrungen aus der Privatwirtschaft zeigen, dass die dadurch erzielten Kosteneinsparungen das Berliner Ausgabenproblem l\u00f6sen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Berlin war in den letzten Jahren durch hohe Schulden- und Zinslasten dazu gezwungen die Investitionsquote zu verringern. Allein beim Erhalt und Ausbau des U- und Stra\u00dfenbahnnetzes besteht ein Investitionsbedarf von \u00fcber zwei Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Durch den wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre und niedrige Zinsen haben sich im Haushalt \u00dcbersch\u00fcsse ergeben, die vor allem in die Schuldentilgung gesteckt wurden. Die Jungen Liberalen sehen jedoch die Notwendigkeit die Investitionsquote sukzessive zu erh\u00f6hen, dabei jedoch den Abbau von Schulden nicht aus den Augen zu verlieren. Berlin muss es gelingen ein gesundes Mittelma\u00df zwischen Investitionen und Sparen zu finden, damit die Entwicklungen und Probleme der Stadt nicht aus haush\u00e4lterischen Gr\u00fcnden vernachl\u00e4ssigt werden.<\/p>\n<h2><span id=\"Start-Ups\" class=\"mw-headline\">Start-Ups<\/span><\/h2>\n<p>Berlin muss seine Position als Hauptstadt f\u00fcr Gr\u00fcnder st\u00e4rken. Innovative Ideen und neue Gesch\u00e4ftsfelder m\u00fcssen eine Chance zur Entwicklung erhalten und d\u00fcrfen nicht in B\u00fcrokratie erstickt werden. Das Gr\u00fcnden von Unternehmen muss einfacher und effizienter werden, daher fordern wir ein b\u00fcrokratiefreies Halbjahr nach der Unternehmensgr\u00fcndung (ausgenommen ist die Gewerbeanmeldung). Besonders Start-Ups sind in ihrer Gr\u00fcndungsphase darauf angewiesen unbelastet von B\u00fcrokratie, sowie den damit verbundenen Kosten, zu arbeiten.<\/p>\n<p>Berlin muss zudem die F\u00f6rderung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik intensivieren. Die \u201eTU Berlin\u201c und der \u201eCampus Adlershof\u201c m\u00fcssen zu f\u00fchrenden internationalen Zentren im Bereich der MINT-F\u00e4cher werden. Hierf\u00fcr m\u00fcssen unter anderem die notwendigen F\u00f6rdermittel bereitgestellt werden. Kooperationen und die Nutzung bestehender Forschungsinfrastruktur muss auch kleineren Unternehmen erm\u00f6glicht werden. Eine starke naturwissenschaftliche F\u00f6rderung erm\u00f6glicht die Entwicklung einer technologisch fortschrittlichen Gr\u00fcnderszene, die Berlin langfristig als ein etabliertes Wirtschaftszentrum entwickelt. Ebenso muss das Thema Gr\u00fcndung st\u00e4rker in den universit\u00e4ren Alltag eingebunden werden, etwa durch interdisziplin\u00e4re Vorlesungen.<\/p>\n<p>Um jungen Menschen mehr Unabh\u00e4ngigkeit bei der Gr\u00fcndung zu erm\u00f6glichen, fordern die Jungen Liberalen Berlin den Berliner Senat auf, ein Gr\u00fcnderstipendium zu initiieren, das zu gleichen Teilen aus privaten und \u00f6ffentlichen Mitteln finanziert wird. Dieses sollte Berliner Unternehmensgr\u00fcndungen f\u00f6rdern und auch Nicht-Akademikern zug\u00e4nglich sein.<\/p>\n<p>Vor allem die Berliner Bildungspolitik sollte sich hieran orientieren und die optimalsten bildungspolitischen Reformen schaffen, um Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern auch w\u00e4hrend der Schulzeit den Zugang zu jungunternehmerischen Handlungsm\u00f6glichkeiten zu geben.<\/p>\n<p>Dies w\u00e4re durch Kooperationen der einzelnen Schultr\u00e4ger gegeben, indem der Berliner Senat sowohl eine Institution als Anlaufstelle f\u00fcr jungunternehmerisches Engagement den Sch\u00fclern bereit stellt, als auch private Verb\u00e4nde tiefer greifend in die Rahmenlehrpl\u00e4ne der Berliner Schulen integriert. Bereits eine Start Up-Kultur in den Schulen kann den nachhaltigen Erfolg unserer liberalen Hauptstadtwirtschaft sichern.<\/p>\n<p>In Berlin muss eine Kultur der zweiten Chance entstehen. Scheitern Unternehmer sollten ihr Mut und ihre Innovation respektiert und ihr Misserfolg nicht nachtr\u00e4glich bestraft werden, denn Risikobereitschaft und Selbstverwirklichung sind Stillstand und \u00c4ngstlichkeit stets vorzuziehen. Berlin sollte sich daf\u00fcr einsetzen, dass die Verbraucherinsolvenz in Deutschland reformiert wird. Die Befriedigungsquote muss verringert und verk\u00fcrzt werden (25% binnen zwei Jahren), um eine zweite Chance zu erm\u00f6glichen, ohne die Interessen der Gl\u00e4ubiger au\u00dfer Acht zu lassen.<\/p>\n<p>Wir unterst\u00fctzen das Engagement von Venture-Capital-Gebern und Business Angels in Berlin und setzen uns daf\u00fcr ein, dass Hemmnisse, wie etwa die Besteuerung von Venture-Capital, abgeschafft werden.<\/p>\n<h2><span id=\"Sharing_Economy\" class=\"mw-headline\">Sharing Economy<\/span><\/h2>\n<p>Immer mehr Menschen nehmen Angebote der Sharing Economy wahr. Anstatt Chancen f\u00fcr Wachstum zu erm\u00f6glichen und Menschen zu sch\u00fctzen, protegiert der Gesetzgeber jedoch nur veraltete Gesch\u00e4ftsmodelle und bietet kaum Raum f\u00fcr neue Ideen. Notwendig ist es, dass f\u00fcr neue Technologien, Plattformen oder Gesch\u00e4ftsfelder rechtliche Rahmenbedingungen gefunden werden, die die technologische Realit\u00e4t anerkennen und letztlich erlauben.<\/p>\n<p>Dazu z\u00e4hlt unter anderem die Abschaffung des Zweckentfremdungsverbots. Die Regelung betrifft nur etwa 4.000 von 1,9 Millionen Wohnungen in Berlin, hat keinen Mehrwert f\u00fcr die L\u00f6sung der Wohnungsknappheit in Berlin und verhindert innovative Zwischennutzungen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig lehnen wir eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige F\u00f6rderung von Sharing Angeboten ab. Spezielle Parkpl\u00e4tze f\u00fcr Carsharing-Fahrzeuge sind Formen der Unterst\u00fctzung, die den Wettbewerb verzerren. Die Angebote der Sharing Economy d\u00fcrfen keinen Vorteil von staatlicher Seite gegen\u00fcber den klassischen Angeboten erhalten, da sonst die angestrebten Innovationen auf der Strecke bleiben und die Konkurrenz unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gest\u00e4rkt wird. Die Liberalen setzen sich jedoch daf\u00fcr ein, dass ein Rechtsrahmen f\u00fcr den Bau von Car-Sharing Parkstationen verabschiedet wird, damit die Car-Sharing Betreiber Parkr\u00e4ume selber entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich muss Berlin M\u00f6glichkeiten schaffen, um innovative Ans\u00e4tze in der Wirtschaft voranzubringen und zu unterst\u00fctzen. Gelegenheitsanbieter m\u00fcssen einen einfachen Zugang zum Markt erhalten und sollten nicht die gleichen Anforderungen erf\u00fcllen m\u00fcssen wie gewerbsm\u00e4\u00dfige Anbieter.<\/p>\n<h2><span id=\"Kreativwirtschaft\" class=\"mw-headline\">Kreativwirtschaft<\/span><\/h2>\n<p>Die Kreativ- und Kulturwirtschaft hat mit mehr als 200.000 Besch\u00e4ftigten, eine hohe Bedeutung f\u00fcr Berlin. Durch eine dynamische Kulturszene, viele Hochschulen, hohe Internationalit\u00e4t und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig g\u00fcnstige Mieten, ist die Kreativwirtschaft eine von Berlins gr\u00f6\u00dften St\u00e4rken und muss dementsprechend gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Bei der Arbeit des Risikofonds zur Finanzierung der Kreativwirtschaft muss vermehrt darauf geachtet werden, dass die Zinss\u00e4tze in einem angemessenen Rahmen bleiben, um weiterhin zur F\u00f6rderung beizutragen.<\/p>\n<p>Um geeignete Fl\u00e4chen bereit zu stellen, fordern die Jungen Liberalen Berlin die Bezirke auf, Konzepte zur Zwischennutzung von leerstehenden Mietr\u00e4umen zu entwickeln. Zudem sollte die M\u00f6glichkeit sogenannte Kreativzentren auszuweisen, bei denen mindestens 50 Prozent der Gewerbefl\u00e4che an Unternehmer der Kultur- und Kreativwirtschaft vermietet werden, entwickelt werden.<\/p>\n<h2><span id=\"Tourismus\" class=\"mw-headline\">Tourismus<\/span><\/h2>\n<p>Berlin ist eine Touristenstadt. Tourismus bringt nicht nur internationales Flair in unsere Stadt, sondern schafft auch Arbeitspl\u00e4tze. Mehr als 26 Millionen \u00dcbernachtungen besch\u00e4ftigen gut 280.000 Berliner. Berlin geh\u00f6rt zu den drei beliebtesten St\u00e4dten Europas und hat den Anspruch, sich zur Weltmetropole zu entwickeln.<\/p>\n<p>Eine Stadt wie Berlin kann seine Attraktivit\u00e4t nur aussch\u00f6pfen, wenn Touristen mannigfaltige M\u00f6glichkeiten geboten werden. Wir sprechen uns f\u00fcr eine Reform des Laden\u00f6ffnungsgesetzes aus, dass die Gesch\u00e4fts\u00f6ffnung an jedem Sonntag im Jahr m\u00f6glich macht.<\/p>\n<p>Zudem fordern die Jungen Liberalen Berlin, dass Museen, die der politischen und historischen Bildung dienen, Berlinern und Touristen freien Eintritt f\u00fcr ihre st\u00e4ndigen Ausstellungen gew\u00e4hren. Ebenso wie in London oder Washington D.C. m\u00fcssen kulturelle Einrichtungen kostenfrei sein, um Touristen einen Einblick in die Geschichte Deutschlands zu geben und die Attraktivit\u00e4t der Stadt zu erh\u00f6hen. Um die wegfallenden Einnahmen zu kompensieren, sollte ein \u201ePay What You Want\u201c-System eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Tourismusf\u00f6rderung muss immer organisch gewachsene Strukturen in den Bezirken ber\u00fccksichtigen. F\u00fcr Kiezbewohner sind ihre Quartiere beispielsweise gerade deshalb interessant, weil sie sich zu Kiezen entwickelt haben. Liberale Tourismusf\u00f6rderung schont diese Strukturen und ersetzt sie nicht durch immer gleiche Einkaufsstra\u00dfen ohne Nutzen f\u00fcr die Anwohner. Daher sollte k\u00fcnftig stadtplanerisch darauf hingewirkt werden, dass sich die Berliner Tourismuszentren ihren Bed\u00fcrfnissen und Eigenheiten nach entwickeln. Vor allem in der City-West, Mitte und Friedrichshain sollte darauf geachtet werden, dass die Stadtentwicklung den Tourismus und die Anwohner im Auge beh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Die Messe- und Kongresswirtschaft ist f\u00fcr den Berliner Tourismus ein elementarer Bestandteil. Als Hauptstadt und Heimat vieler Verb\u00e4nde hat Berlin ein Alleinstellungsmerkmal, das zu einem gro\u00dfen Besucherandrang f\u00fchrt. Der Ausbau der Messehallen rund um den Funkturm ist notwendig, um den jahrelangen Wegfall des ICC zu kompensieren und die Kapazit\u00e4ten langfristig zu sichern. Kurz- bis mittelfristig muss der Senat ein Nutzungskonzept f\u00fcr das ehemalige Flughafengeb\u00e4ude in Tempelhof erarbeiten, welches das Geb\u00e4ude zum Teil als Messehalle vorsieht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pr\u00e4ambel Berlin ist dabei, eine internationale Metropole zu werden. 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