{"id":854,"date":"2012-10-31T13:53:34","date_gmt":"2012-10-31T12:53:34","guid":{"rendered":"http:\/\/berlin.multisite.julis.de\/?post_type=resolution&amp;p=854"},"modified":"2012-10-31T13:53:34","modified_gmt":"2012-10-31T12:53:34","slug":"bildung-ist-zukunft","status":"publish","type":"resolution","link":"https:\/\/regio.julis.de\/berlin-alt\/beschlusssammlung\/bildung-ist-zukunft\/","title":{"rendered":"Bildung ist Zukunft"},"content":{"rendered":"<div id=\"mw-content-text\" class=\"mw-content-ltr\" dir=\"ltr\" lang=\"de\">\n<div id=\"mw-content-text\" class=\"mw-content-ltr\" dir=\"ltr\" lang=\"de\">\n<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>Bildung erm\u00f6glicht dem Einzelnen, sein individuelles Potential zu entwickeln und ist damit der Schl\u00fcssel zu pers\u00f6nlicher Selbstentfaltung und sozialem Aufstieg. Die Freiheit eines Jeden, sich selbst und seine F\u00e4higkeiten zu entdecken und zu verwirklichen, stellt einen zentralen Bestandteil liberalen Lebensgef\u00fchls dar. Zugleich ist Bildung Deutschlands wichtigste, wenn nicht gar einzige Ressource, Bildungspolitik somit ebenso Sozial- wie Wirtschaftspolitik. Ein leistungsf\u00e4higes Bildungssystem sichert die Zukunftsf\u00e4higkeit unseres Landes &#8211; umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller und bedachter Umgang damit. \u00dcberst\u00fcrzte, politisch ideologisierte Reformen verwandeln unsere Schulen in p\u00e4dagogische Experimentierlabore und m\u00fcssen einer wiedergefundenen Solidit\u00e4t weichen.<\/p>\n<p>Schulen schaffen Chancengerechtigkeit, wenn bei gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Durchl\u00e4ssigkeit Kinder und Jugendliche optimal nach ihrem Umfeld, ihren individuellen F\u00e4higkeiten und ihrer Lerngeschwindigkeit gef\u00f6rdert werden. Weder schubladenartige Trennung noch homogene Gleichmacherei sind geeignet, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Auch eine Ausbildung in fest fixierten Lehrpl\u00e4nen wird der Verschiedenheit der Sch\u00fcler nicht gerecht. Den Schulen muss daher die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Freiheit belassen werden, durch eigenverantwortliche Profilierung verschiedene p\u00e4dagogische Konzepte sowie inhaltliche Schwerpunkte anzuwenden.<\/p>\n<h2>Fr\u00fchkindliche Bildung<\/h2>\n<p>Die Jungen Liberalen Berlin sprechen sich f\u00fcr die Gew\u00e4hrleistung von Chancengleichheit durch Bildungschancen bereits im fr\u00fchestm\u00f6glichen Alter aus. Fr\u00fchkindliche Bildung erm\u00f6glicht es den Kindern z.B. bereits im Vorschulalter Sprachdefizite zu \u00fcberwinden. Hierbei streben wir einen gleichberechtigten Wettbewerb verschiedener Tr\u00e4ger- und P\u00e4dagogikmodelle an. Auch soll zuk\u00fcnftig berlinweit die Bildungsleistung der Kitas regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft werden, um f\u00fcr die Eltern Transparenz und hilfreichen Wettbewerb zwischen den Tr\u00e4gern zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Daher sprechen sich die Jungen Liberalen Berlin f\u00fcr folgende weitere Ma\u00dfnahmen in diesem Bereich aus:<\/p>\n<ul>\n<li>Einf\u00fchrung einer verbindlichen START-Klasse (0. Klasse): Alle Kinder sollen bereits vor Beginn der 1. Klasse in einer START-Klasse im Rahmen der Grundschulen gemeinsam unterrichtet werden. Ziel dieser START-Klasse ist die gemeinsame Vorbereitung auf die Lerninhalte ab der 1. Schulklasse sowie das F\u00f6rdern individueller Kompetenzen und das Beheben von Defiziten. Wir fordern auch eine bessere Zusammenarbeit der Kitas mit nahegelegenen Grundschulen, zum Beispiel im Rahmen von Projekttagen, damit bereits in den Kitas auf den Grundschulbeginn vorbereitet werden kann.<\/li>\n<li>Verbindliche Sprachtests im Alter von 4 Jahren: Im Rahmen der sogenannten U-Untersuchungen sollen alle Kinder im Alter von 4 Jahren auch auf ihre sprachlichen F\u00e4higkeiten untersucht werden, um gemeinsam mit den Eltern etwaigen Nachholbedarf abzukl\u00e4ren, bzw. diesen sp\u00e4testens mit Beginn der START-Klasse durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Geb\u00fchrenfreiheit: Langfristig streben wir die v\u00f6llige Geb\u00fchrenfreiheit der Kita-Betreuung an. Hierf\u00fcr sollen auch Kitas in freier Tr\u00e4gerschaft durch kostendeckende F\u00f6rders\u00e4tze vom Land Berlin finanziert werden, soweit sie einen kosten- und diskriminierungsfreien Zugang f\u00fcr alle Kinder gew\u00e4hrleisten. Zudem sollen Kindertagesst\u00e4tten von einzelnen oder mehreren Betrieben anteilig gef\u00f6rdert werden. Ein Betreuungsgeld f\u00fcr die Betreuung von Kindern zuhause lehnen wir dagegen als kontraproduktiv ab. Vielmehr sollen diese Mittel zur Erm\u00f6glichung eines kostenfreien Betreuungsangebots aufgewandt werden.<\/li>\n<li>Inklusion: Auch Kinder mit Behinderungen oder besonderen Schw\u00e4chen sollen nach M\u00f6glichkeit mit nicht behinderten Kindern gemeinsam fr\u00fchkindlich betreut werden. Hierf\u00fcr ist sicherzustellen, dass alle Kitas \u00fcber notwendigen F\u00f6rderbedarf hinreichend aufgekl\u00e4rt werden und auch, im Rahmen der m\u00f6glichen Kapazit\u00e4ten, besondere F\u00f6rderkr\u00e4fte zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen.<\/li>\n<li>Erweiterung der \u00d6ffnungszeiten: Die \u00d6ffnungszeiten von Kindertagesst\u00e4tten und Kinderg\u00e4rten soll sukzessive erweitert und besser an die Arbeitszeiten der Eltern angepasst werden. Langfristig soll es deshalb nach M\u00f6glichkeit in allen Berliner Bezirken auch 24-Stunden-Kitas geben.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>schulautonomie und Schulaufsicht<\/h2>\n<p>Die Berliner Schulaufsicht soll mit m\u00f6glichst wenig personellem und b\u00fcrokratischem Aufwand die Kernaufgaben wahrnehmen. Dies ist nicht nur haushaltspolitisch notwendig. Eine schlanke und auf ihre Kernaufgaben reduzierte Schulaufsicht gibt den Schulen Gestaltungsfreiraum, um vor Ort eigenverantwortlich und flexibel handeln zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zu den Kernaufgabe der Schulaufsicht geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li>Qualit\u00e4tsentwicklung durch das Instrument \u201eZiel- und \u00a0 Leistungsvereinbarungen (ZLV)\u201c. Die Schulaufsicht definiert Ziele gem\u00e4\u00df Qualit\u00e4tsstandards, die Schulleitung setzt um und tr\u00e4gt die Prozessverantwortung.<\/li>\n<li>Laufendes Monitoring seitens der Schulaufsicht durch datengest\u00fctzte Aufsicht.<\/li>\n<li>Nachfrageorientierte Unterst\u00fctzung und Beratung der Schulleitung durch die Schulaufsicht.<\/li>\n<li>Umgehen mit Informationsersuchen, B\u00fcrgerbeschwerden, Widerspr\u00fcchen und Rechtsaufsicht<\/li>\n<li>Personalf\u00fchrung und Personalentwicklung der Schulleiter; Implementierung neuer bildungspolitischer Vorhaben und p\u00e4dagogischer Innovationen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die derzeitige Struktur der Berliner Schulaufsicht ist gekennzeichnet von Widerspr\u00fcchlichkeiten hinsichtlich der Kompetenzen und einer hohen Regelungsdichte. Es gibt keine klaren Abstimmungs- und Entscheidungsverfahren. Die Eigeninitiative und Selbstverantwortlichkeit der Schulen wird erschwert.<\/p>\n<p>Die Jungen Liberalen Berlin fordern die Senatsverwaltung f\u00fcr Bildung, Wissenschaft und Forschung auf:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Erf\u00fcllung der Kernaufgaben liegt in der Verantwortung der Senatsverwaltung. Andere Kompetenzen werden den Schulen zugeordnet.<\/li>\n<li>Die zw\u00f6lf bezirklichen Au\u00dfenstellen der Schulaufsicht werden aufgel\u00f6st.<\/li>\n<li>Die Abteilungen I und II der Senatsverwaltung werden zu einer Abteilung zusammengelegt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8211; Es entsteht eine Bildungsabteilung mit zwei Referatsgruppen, gestaltende und operative Schulaufsicht.<\/p>\n<p>&#8211; Der Dienstweg zwischen Schulaufsicht und Schulen soll ausschlie\u00dflich \u00fcber die operative Schulaufsicht erfolgen.<\/p>\n<ul>\n<li>Im Bereich des Personals soll eine neue Aufgabenverteilung zwischen Schulleitung und Schulaufsicht vereinbart werden:<\/li>\n<\/ul>\n<p>-Schulleitung als Dienstvorgesetzte des Schulpersonals<\/p>\n<p>-Alleinige Entscheidungskompetenz der Schulleiter bei Stellenausschreibungen der jeweiligen Schule.<\/p>\n<p>-Personalmittelbudgetierung muss ausgeweitet und verbindlich in die Verantwortung der Schulen gelegt werden.<\/p>\n<p>-Schulleiter sollen auch zust\u00e4ndig sein f\u00fcr die Einstellungen im Sekretariat und im Hausmeisterdienst.<\/p>\n<p>Im Bereich der Sachmittelbewirtschaftung muss eine \u00dcbertragung des Budgets in das n\u00e4chste Haushaltsjahr m\u00f6glich sein.<\/p>\n<h2>lehrerausbildung-und Verg\u00fctung<\/h2>\n<p>Die Ausbildung der Lehrkr\u00e4fte steht in direktem Zusammenhang mit der Leistungsf\u00e4higkeit des Bildungssystems, daher fordern die Jungen Liberalen Berlin folgende Verbesserungen der Lehrerausbildung:<\/p>\n<ul>\n<li>Besonders die sp\u00e4te praktische Ausbildung muss verbessert werden, um fr\u00fchzeitig das theoretisch erworbene Wissen in der Praxis anwenden zu k\u00f6nnen. Daher fordern die Jungen Liberalen Berlin ab dem 3. Semester in den Ferien regelm\u00e4\u00dfig Praktika unter Anleitung eines Lehrers als Mentor in das Lehramtsstudium zu integrieren. Die fr\u00fchzeitige Integration in den Schulbetrieb dient als Vorbereitung auf die allt\u00e4glichen Belastungen und Herausforderungen und gibt die M\u00f6glichkeit Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen zu sammeln und die eigene Belastbarkeit zu testen. Die Erfahrungen des Referendariats werden so fr\u00fcher in das Studium integriert und Studienabbr\u00fcche im Referendariat verringert.<\/li>\n<li>Referendaren und Praktikanten m\u00fcssen einen Mentor zu Seite gestellt bekommen. Quereinsteiger in den Lehrerberuf m\u00fcssen gegebenenfalls in den Bereichen der Didaktik und P\u00e4dagogik auf das Niveau des 2. Staatsexamen nachqualifiziert werden bevor sie eigenverantwortlich Unterricht erteilen d\u00fcrfen.<\/li>\n<li>Die Personal-Ausstattung muss von aktuell 100% auf 110% Ausstattung angehoben werden. Der aktuelle Vertretungsbedarf liegt in etwa bei 10% und nur so \u00a0 \u00a0 \u00a0ist sichergestellt, dass der Unterricht von den Schulen selbst angemessen und qualifiziert vertreten werden kann.<\/li>\n<li>Eine einheitliche Lehrerausbildung f\u00fcr Gymnasien und Sekundarschulen sowie andere Schulformen lehnen die Jungen Liberalen Berlin ab.<\/li>\n<li>Zur Steigerung der Qualit\u00e4t der Lehrerausbildung sollen jeweils &#8222;School of Education&#8220; an den betreffenden Hochschulen eingerichtet werden.<\/li>\n<li>Den Schulen soll ein Budget f\u00fcr die Weiter- und Fortbildung der Lehrkr\u00e4fte zur eigenverantwortlichen Verwendung zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Entscheidung, in Berlin keine Lehrer mehr zu verbeamten wird von uns begr\u00fc\u00dft. Sie hat jedoch auch zu einer Schlechterstellung der angestellten Lehrer gef\u00fchrt, die der Senat nur nach und nach erkannt hat. Um diese abzumildern wurden tempor\u00e4re Verbesserungen in der Bezahlung der angestellten Lehrer eingef\u00fchrt. Die Jungen Liberalen Berlin fordern, diese Schlechterstellung zu beenden und den angestellten Lehrern dauerhaft Anreize zu geben in Berlin als Lehrer t\u00e4tig zu sein.<\/p>\n<ul>\n<li>Die k\u00fcndbaren Nebenabreden zur Vorweggew\u00e4hrung der h\u00f6chsten Erfahrungsstufe muss durch eine sichere tarifliche Regelung ersetzt werden.<\/li>\n<li>Die Gehaltsstufen m\u00fcssen auf das Niveau der Beamtenbesoldung gleicher Dienstjahre angepasst werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Grundschule<\/h2>\n<p>Die Berliner Grundsch\u00fcler werden seit der \u00a0Grundschulreform aus dem Jahre 2004 ein halbes Jahr fr\u00fcher eingeschult. F\u00fcr die meisten der Kinder bedeutet dies bereist die Einschulung im f\u00fcnften Lebensjahr. Berlin stellt mit dieser Regelung einen bundesweiten Einzelfall dar.<\/p>\n<p>Das Ergebnis j\u00fcngster Studien zeigt: fr\u00fche Einschulung \u00a0ist kein Allheilmittel. Insbesondere Sprachdefizite m\u00fcssen bereits vor Eintritt in die Schullaufbahn ausgeglichen werden, nur so kann Chancengerechtigkeit hergestellt werden. Die Jungen Liberalen Berlin fordern daher die Abschaffung der vorgezogenen Einschulung zugunsten der verpflichtenden START-Klasse.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen in der Berliner Grundschullandschaft folgende Baustellen dringend angegangen werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Schuleinzugsbereiche: Die sog. Schuleinzugsbereiche regeln ausgehend vom Wohnort, welche Schule ein Kind besuchen darf. Die Jungen Liberalen Berlin setzen sich f\u00fcr eine freie Schulwahl der Eltern ein, unabh\u00e4ngig vom Wohnort.<\/li>\n<li>Inklusion: Bei der Umsetzung der Inklusion ist zu gew\u00e4hrleisten, dass entsprechend ausgebildetes Personal durch sonderp\u00e4dagogische F\u00f6rderung in den Schulen vorhanden ist.<\/li>\n<li>Die Ganztagsbetreuung an Grundschulen ist weiter auszubauen. Nicht nur hinsichtlich der knappen Haushaltslage muss seitens der Senatsverwaltung der Raum geschaffen werden, um es den Schulen zu erm\u00f6glichen, bei der Ganztagsbetreuung mit Institutionen wie Musikschulen und Sportvereinen verst\u00e4rkt zusammen zu arbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>weiterf\u00fchrende Schule<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Jungen Liberalen Berlin ist klar, Bildungsziel f\u00fcr jedes Kind ist mindestens der Mittlere Schulabschluss nach 10 Jahren. Aus diesem Grund ist es richtig, dass die Hauptschule, deren Abschluss faktisch keinen Wert mehr hatte, in Berlin aufgel\u00f6st wurde. F\u00fcr das Erreichen der Abschlussziele soll die Schulform der weiterf\u00fchrenden Schule selbst nur eine untergeordnete Rolle spielen.<\/p>\n<p>Die verpflichtende Einheitsschule f\u00fcr alle lehnen die JuLis Berlin ab. Das Gymnasium muss als eigenst\u00e4ndige Schulform f\u00fcr die leistungsst\u00e4rkeren Sch\u00fcler erhalten bleiben, jedoch muss das Abitur auch anderen Sch\u00fclern offen stehen. Leistungsst\u00e4rke Sch\u00fcler sollen auch weiterhin nach der 4. Klasse auf die vorhandenen und beizubehaltenden grundst\u00e4ndigen Gymnasien (Gymnasien ab der 5. statt der 7. Klasse) wechseln k\u00f6nnen. \u00a0Die Schulen sollen daher in gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Eigenverantwortung selbst entscheiden, f\u00fcr welche Strukturorganisation sie sich entscheiden. Die Jungen Liberalen Berlin fordern zudem einen Ausbau der Ganztagsschulen an Gymnasien wie er an der Sekundarschule bereits durchgef\u00fchrt wird. Dies erm\u00f6glicht eine bessere Betreuung der Sch\u00fcler und passt sich an die Lebensrealit\u00e4t berufst\u00e4tiger Eltern an.<\/p>\n<p>Elementar f\u00fcr die Jungen Liberalen Berlin ist vielmehr die Profilbildung der einzelnen Schulen, hierzu muss den Schulen in den Bereichen Personal, Budget und Curriculum m\u00f6glichst weitreichende Autonomie zugestanden werden, um die Profilbildung durch die Schulstrukturreform und die Planungsvorgaben des Senats nicht zu gef\u00e4hrden. Der Ruf und das Profil der Schulen befl\u00fcgeln den Wettbewerb um die beste Ausbildung und heben damit das Bildungsniveau f\u00fcr alle Kinder. Die Auswirkungen der Schulstrukturreform sind bislang noch nicht vollst\u00e4ndig absehbar. Die Jungen Liberalen Berlin fordern die Wirkung der Schulstrukturreform abzuwarten und dann gegebenenfalls nachzubessern. Insbesondere ist jedoch von einer weiteren Vereinheitlichung der Schulen abzusehen.<\/p>\n<h2>schulen in freier tr\u00e4gerschaft<\/h2>\n<p>Als Liberale sprechen wir uns f\u00fcr eine Vielfalt der Schulorganisationsformen und der Lehrausrichtungen aus. Wir erkennen an, dass unterschiedliche Kinder in unterschiedlichen Konzeptionen am besten gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen. Daher begr\u00fc\u00dfen wir JuLis Berlin die Vielfalt durch das zus\u00e4tzliche Angebot freier Bildungstr\u00e4ger, seien es z.B. Walddorfschulen oder auch Schulen kirchlicher Tr\u00e4ger.<\/p>\n<p>Daher fordern die Jungen Liberalen Berlin die Implementierung der folgenden Ma\u00dfnahmen:<\/p>\n<ul>\n<li>volle Sch\u00fclerkostens\u00e4tze:Die Schulfinanzierung soll auf Sch\u00fclervollkostens\u00e4tze umgestellt werden und so allen Schulen auch mehr finanzielle Autonomie zukommen lassen. Sofern anerkannte Schulen in freier Tr\u00e4gerschaft auf zus\u00e4tzliches Schulgeld verzichten und einen diskriminierungsfreien Zugang gew\u00e4hrleisten, erhalten sie ebenfalls den vollen Sch\u00fclerkostensatz und sind daher ein Alternativangebot f\u00fcr interessierte Eltern und Sch\u00fcler. Schulen, die weiterhin Schulgeld verlangen oder aber den Zugang beschr\u00e4nken (so z.B. im Hinblick auf die Konfession der Sch\u00fcler), sollen dagegen grunds\u00e4tzlich nicht durch das Land Berlin zus\u00e4tzlich &#8211; eine etwaige Privilegierung als gemeinn\u00fctziger Verein bliebe dagegen bestehen &#8211; bezuschusst werden.<\/li>\n<li>verbindliche Lehrplanziele: Zur Gew\u00e4hrleistung vergleichbarer Bildungsabschl\u00fcsse sollen statt den Lehrpl\u00e4nen f\u00fcr die staatlichen Schulen vielmehr verbindliche Lehrplanziele f\u00fcr anerkannte Schulen in freier Tr\u00e4gerschaft festgelegt werden. Diese Lehrplanziele \u00fcberlassen es den Schulen durch die Wahl der Unterrichtsmittel und einzelner Lehrplaninhalte die vorgegeben Bildungsziele zu erreichen.<\/li>\n<li>Autonomie: In der Unterrichtsausgestaltung sollen die Schulen in freier Tr\u00e4gerschaft weitestgehend autonom agieren d\u00fcrfen, soweit ihre Bildungskonzepte als anerkannt angesehen werden k\u00f6nnen. W\u00e4hrend in gewissen F\u00e4chern wie Mathe, Deutsch, den Naturwissenschaften und Fremdsprachen insbesondere die Gleichwertigkeit der Abschl\u00fcsse sicherzustellen ist, sollen die Schulen in freier Tr\u00e4gerschaft in anderen F\u00e4chern von dem gesetzlichen Lehrplan abweichen d\u00fcrfen. Wir JuLis Berlin lehnen einen konfessionsgebundenen Religionsunterricht an staatlichen Schule grunds\u00e4tzlich ab, sprechen jedoch z.B. Schulen von kirchlichen Tr\u00e4gern das Recht zu, den staatlichen Ethik- und Religionskundeunterricht durch einen eigenen konfessionellen Religionsunterricht zu ersetzen.<\/li>\n<li>regelm\u00e4\u00dfige \u00dcberpr\u00fcfungen: Durch die Einf\u00fchrung vergleichbarer Kontrollarbeiten in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden soll zuk\u00fcnftig die \u00dcberpr\u00fcfung der Bildungsleistung jeder Schule, egal ob staatlich oder in freier Tr\u00e4gerschaft, gew\u00e4hrleistet sein. Die Gleichwertigkeit der erzielten Abschl\u00fcsse muss sichergestellt sein. Durch eine berlinweite Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse aller Schulen soll f\u00fcr Eltern und Sch\u00fcler eine gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Transparenz erzielt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>abschl\u00fcsse<\/h2>\n<p>Das Nebeneinander von Gymnasien und Sekundarschulen hat sich bew\u00e4hrt. Um kein &#8222;Zwei-Klassen-Schulsystem&#8220; einzurichten, muss jedoch die st\u00e4ndige Durchl\u00e4ssigkeit zwischen Sekundarschulen und Gymnasien f\u00fcr geeignete Sch\u00fcler gew\u00e4hrleistet sein. Nach Bestehen des mittleren Schulabschluss am Ende der 10. Klasse besteht bei entsprechender Leistung der Anspruch zum Wechsel in die gymnasiale Oberstufe. Das Abitur soll im bundesweiten Einklang an den Gymnasien grunds\u00e4tzlich nach zw\u00f6lf Jahren abgelegt werden; im Rahmen ihrer schulischen Gestaltungsfreiheit sollte es ihnen jedoch auch erm\u00f6glicht werden, freiwillige Angebote f\u00fcr ein 11- oder 13-j\u00e4hriges Abitur vorzuhalten.<\/p>\n<p>Weiterhin soll an m\u00f6glichst allen Oberstufenzentren (OSZ) erm\u00f6glicht werden, in der Fachoberschule nach der Ausbildung, bzw. Fachoberschule im Praktikantenmodel die Fachgebundene Hochschulreife zu erlangen. Dabei soll gepr\u00fcft werden ob die Berufsoberschule (BOS) mit der Fachoberschule (FOS) auf grund ihrer gleichen Zugangsvorraussetzungen zu einer Schule entwickelt werden k\u00f6nnen, um dem (Berufs-)Sch\u00fcler eine besseren \u00dcberblick und Durchl\u00e4ssigkeit gew\u00e4hrleisten. Auch die Allgemeine Hochschulreife soll \u00fcber das Berufsgymnasium (OG) an der OSZ erreichbar sein.<\/p>\n<p>Trotz der geforderten Freiheiten der Schulen bei der Gestaltung und Profilierung ihres Lehrangebots m\u00fcssen doch einheitliche Bildungsziele vorgegeben werden &#8211; nur dadurch werden Fairness und Vergleichbarkeit der Abschl\u00fcsse sichergestellt. Deshalb sollen in s\u00e4mtlichen Pr\u00fcfungsf\u00e4chern zentrale Aufgaben gestellt und eine anonyme, dezentrale Bewertung der Leistungen durch Zweit- und Drittgutachten von Lehrern fremder Schulen durchgef\u00fchrt werden. Aufgrund der zentralen Bedeutung solider F\u00e4higkeiten in Deutsch und Mathematik f\u00fcr das Studium nahezu aller Studienrichtungen sollten diese F\u00e4cher zudem verpflichtender Bestandteil der Abiturpr\u00fcfung werden und k\u00fcnftig zwei der auf vier zu erh\u00f6henden schriftlichen Pr\u00fcfungsf\u00e4cher sein.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"catlinks\" class=\"catlinks\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung Bildung erm\u00f6glicht dem Einzelnen, sein individuelles Potential zu entwickeln und ist damit der Schl\u00fcssel zu pers\u00f6nlicher Selbstentfaltung und sozialem Aufstieg. Die Freiheit eines Jeden, sich selbst und seine F\u00e4higkeiten zu entdecken und zu verwirklichen, stellt einen zentralen Bestandteil liberalen Lebensgef\u00fchls dar. 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