{"id":22428,"date":"2024-07-20T00:00:00","date_gmt":"2024-07-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/julis.berlin\/?post_type=resolution&#038;p=22428"},"modified":"2024-11-10T14:57:52","modified_gmt":"2024-11-10T13:57:52","slug":"demographischer-wandel-generationengerechtigkeit-statt-rentenpopulismus","status":"publish","type":"resolution","link":"https:\/\/regio.julis.de\/berlin-alt\/beschlusssammlung\/demographischer-wandel-generationengerechtigkeit-statt-rentenpopulismus\/","title":{"rendered":"Demographischer Wandel: Generationengerechtigkeit statt Rentenpopulismus"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Gesellschaft wird immer \u00e4lter. W\u00e4hrend 1990 der Altersdurchschnitt noch bei 39 Jahren lag, ist er 2022 bereits auf 45 Jahre angestiegen. Auch in Stadtstaaten wie Berlin wird die Alterung der Gesellschaft sp\u00fcrbar sein. W\u00e4hrend dort aktuell 17 Prozent der Bev\u00f6lkerung \u00fcber 67 Jahre alt sind, wird dieser Anteil bis 2040 um fast ein Viertel steigen. Dieser demographische Wandel ist in erster Linie ein Gl\u00fccksfall f\u00fcr viele Menschen. Durch den gro\u00dfartigen medizinischen Fortschritt ist es gelungen, die Lebenserwartung zu steigern. Zugleich hat die Erfindung der Pille in den 1960ern Frauen erm\u00f6glicht, selbstbestimmter \u00fcber ihre eigene Zukunft zu entscheiden. Mit diesen positiven Entwicklungen sind jedoch auch gro\u00dfe Herausforderungen verbunden: Durch einen geringeren Anteil der Erwerbsbev\u00f6lkerung leidet die Arbeitsproduktivit\u00e4t des gesamten Landes, was insgesamt zu einem Wohlstandsverlust f\u00fchrt. Deutschland leidet unter den zunehmend hohen Kosten des Rentensystems, dem Fachkr\u00e4ftemangel und dem Pflegenotstand. Um diese massiven Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen, muss die Politik ihre Angst vor unpopul\u00e4ren Entscheidungen ablegen. Es bedarf einer ganzheitlichen Strategie, die unser Rentensystem generationengerecht umbaut, dem gesellschaftlichen Beitrag von Familien gerecht wird und neue L\u00f6sungen f\u00fcr die Pflege anbietet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sichere Rente? Nur mit Generationengerechtigkeit!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rente ist nicht sicher. Sie beruht auf einem staatlichen Schneeballsystem aus Adenauers Zeiten. Unser Ziel muss es sein, dass die staatliche Rente Menschen im Alter absichert und zugleich sp\u00e4tere Generationen m\u00f6glichst minimal belastet. Um das<br>\u00a0zu erreichen, muss die Lebensarbeitszeit steigen und das Rentensystem massiv reformiert werden. Eine Reihe an Sofortma\u00dfnahmen und Reformen sind unabdingbar, um die nachhaltige Stabilit\u00e4t des Rentensystems wiederherzustellen. Dazu fordern wir:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>\u00a0<strong>eine Absenkung des Rentenniveaus.<\/strong> Die Festschreibung des Rentenniveaus auf 48\u00a0%<br>\u00a0ist eine realit\u00e4tsferne und rein populistische Ma\u00dfnahme, um \u00fcberrepr\u00e4sentierte<br>\u00a0\u00e4ltere W\u00e4hlergruppen f\u00fcr sich zu gewinnen. Mehr Rentner und weniger<br>\u00a0Beitragszahler f\u00fchren zwangsl\u00e4ufig zu steigenden Beitr\u00e4gen oder einem sinkenden<br>\u00a0Rentenniveau. Die Beitragszahler werden schon jetzt stark belastet, daher fordern wir, die Beitr\u00e4ge einzufrieren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>die Erh\u00f6hung des Eintrittsalter auf 70 Jahre.<\/strong> Eine Erh\u00f6hung, um die Schrumpfung der Erwerbsbev\u00f6lkerung abzufedern, ist unausweichlich. Zus\u00e4tzlich muss die M\u00f6glichkeit abschlagsfrei vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente abgeschafft werden. Sie entzieht der Wirtschaft wertvolle Arbeitskr\u00e4fte und belastet die Rentenkassen zugleich massiv. Langfristig unterst\u00fctzen wir die Reformvorschl\u00e4ge der FDP zur Flexibilisierung des Renteneintrittsalters.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>die konsequente Umsetzung der Aktienrente.<\/strong> Die FDP hat erfolgreich den Start in die Aktienrente durchgesetzt. Die Pl\u00e4ne der jetzigen Bundesregierung sind aber bei weitem nicht ausreichend. Die Gelder, welche durch die Abschaffung der abschlagsfreien Rente\u00a0vor Erreichen der Regelaltersgrenze eingespart wurden, sollen prim\u00e4r in den Aufbau des Generationenkapitals flie\u00dfen. Das entspricht 36 Milliarden Euro j\u00e4hrlich. Zus\u00e4tzliche Steuereinnahmen durch die verl\u00e4ngerte Arbeitszeit sollten ebenfalls prim\u00e4r in die Aktienrente investiert werden. Davon sollen bis zu 5% in deutsches Innovationskapital investiert werden. Angesichts der gravierenden Herausforderungen, mit denen sich das Rentensystem konfrontiert sieht, setzen wir uns daf\u00fcr ein, bestehende Beteiligungen des Bundes zur Sicherung des Generationenkapitals zu nutzen. Hierf\u00fcr wollen wir Beteiligungen des Bundes an die f\u00fcr die Verwaltung der Rente zust\u00e4ndige Stiftung Generationenkapital \u00fcbertragen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>eine Reform der betrieblichen Altersvorsorge.<\/strong> Die private Vorsorge \u00fcber den Arbeitgeber sollte nach dem Vorbild des 401K in den USA zum gesellschaftlichen Standard werden. Ebenfalls ist eine Reform der staatlich gef\u00f6rderten privaten Altersvorsorge anzustreben. Das aktuelle Format der Riester-Rente scheitert an der 100-prozentigen Garantie des eingezahlten Kapitals.  daher<ins> <\/ins><br>lassen. Denn sie ist weder zeitgem\u00e4\u00df noch profitabel. Langfristiga m\u00f6chten wir daher die politische Debatte f\u00fchren, um die Riester-Rente abzuwickeln beziehungsweise auslaufen zu lassen. Denn sie ist weder zeitgem\u00e4\u00df noch profitabel.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>eine St\u00e4rkung der privaten Vorsorge.<\/strong> Der Sparerpauschbetrag soll an den Grundfreibetrag der Einkommensteuer angeglichen werden. Auch fordern wir die Wiedereinf\u00fchrung der bis 2009 g\u00fcltigen Spekulationsfrist von zw\u00f6lf Monaten bei Finanzprodukten. Das bedeutet, dass Kursgewinne steuerfrei realisiert werden k\u00f6nnen, wenn das zugrunde liegende Wertpapier zuvor mindestens 12 Monate gehalten wurde. Private Altersvorsorge sollte sich nicht nur auf den nationalen Raum beschr\u00e4nken. Daher wollen wir die europ\u00e4ische Kapitalmarktunion vorantreiben. Insbesondere setzen wir uns hierbei f\u00fcr die Aufhebung der Quellensteuer f\u00fcr Kapitalertr\u00e4ge aus anderen EU-Mitgliedstaaten ein.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>eine verpflichtende Altersvorsorge.<\/strong> Wir lehnen es ab, auch Selbstst\u00e4ndige zu zwingen, in die Rentenkasse einzuzahlen. Zugleich muss verhindert werden, dass Menschen aufgrund mangelnder Vorsorge im Alter vom Sozialstaat leben. Daher sollte eine Vorsorgepflicht f\u00fcr das Alter bestehen. Die Auswahl und Gestalt des Sparprodukts oder der Versicherung sollte dem Empf\u00e4nger freistehen. Grunds\u00e4tzlich begr\u00fc\u00dfen wir die Pl\u00e4ne des Bundesfinanzministers, ein individuelles, steuerbeg\u00fcnstigtes Altersvorsorgedepot zu erm\u00f6glichen. Ziel muss auch hier die Steuerfreiheit realisierter Gewinne nach 12 Monaten sein. Die von der GroKo eingef\u00fchrte Vorabpauschale muss umgehend wieder abgeschafft werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Langfristig soll die Umlage der gesetzlichen Rentenversicherung durch eine private Altersvorsorgepflicht ersetzt werden. Dies kann beispielsweise \u00fcber ein designiertes Altersvorsorgedepot organisiert werden, in das ein Teil des Monatseinkommens-, bzw. J\u00e4hrlichen Gewinns in eingezahlt werden soll. Dies soll f\u00fcr alle Berufst\u00e4tigen gleicherma\u00dfen gelten.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Beamte in das staatliche Rentensystem zu integrieren.<\/strong> In Zukunft sollen Neubeamte in das staatliche Rentensystem einzahlen m\u00fcssen. Die derzeitige Privilegierung belastet die Staatsfinanzen in doppelter Hinsicht und muss enden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>h\u00f6here Hinzuverdienstgrenzen f\u00fcr Rentner.<\/strong> Um zus\u00e4tzliche Arbeitskr\u00e4fte zu mobilisieren und Rentnern die M\u00f6glichkeit zu geben, ihr Einkommen zu verbessern, soll die Hinzuverdienstgrenze f\u00fcr Menschen \u00fcber der Regelaltersgrenze abgeschafft werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Liberale Familienpolitik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liberale Familienpolitik ist nicht wertend. Niemandem soll ein Lebensmodell aufgedr\u00e4ngt werden. Stattdessen wollen wir den gesellschaftlichen Mehrwert, den Familien mit Kindern leisten, anerkennen und diese entsprechend unterst\u00fctzen. Grunds\u00e4tzlichw\u00fcnschen sich viele Menschen eine gr\u00f6\u00dfere Familie, werden aber aufgrund \u00e4u\u00dferer\u00a0Umst\u00e4nde davon abgehalten. Um das zu \u00e4ndern, fordern wir:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>\u00a0<strong>eine Steuerreform, die Familien zugutekommt.<\/strong> Der Beitrag, den Eltern zur<br>\u00a0Stabilisierung der Sozialsysteme leisten, \u00fcbersteigt derzeit die empfangene<br>\u00a0staatliche Unterst\u00fctzung um ein Vielfaches. Um diese Lebensleistung angemessener<br>\u00a0zu verg\u00fcten, fordern wir anstelle des bisherigen Ehegattensplittings ein Familiensplitting nach franz\u00f6sischem Vorbild.<br>Die Vorschl\u00e4ge zur schlichten Abschaffung der Steuerklassen 3 und 5, wie Lisa Paus es vorschl\u00e4gt, lehnen wir allerdings ab. Jede Steuerreform f\u00fcr Familien muss eine gr\u00f6\u00dfere Entlastung zum Status Quo darstellen, jedoch mindestens aufkommensneutral ausgestaltet sein.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>den Kitaausbau zu forcieren.<\/strong> In Deutschland fehlen weiterhin \u00fcber 100.000 Kitapl\u00e4tze und besonders bei der Versorgung der unter 3-J\u00e4hrigen schneidet Deutschland schlecht ab. Eine bessere Kitaversorgung f\u00fchrt oft nicht nur zu besseren Bildungsergebnissen, sondern erh\u00f6ht auch die M\u00f6glichkeit von Familien, mehr Kinder zu bekommen. Wir fordern die L\u00e4nder auf, den Kitaausbau zu priorisieren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>die Vereinfachung der Gr\u00fcndung und des Betriebs privater Kitas.<\/strong> Die Neugr\u00fcndung von Kitas gestaltet sich in Berlin aufgrund der extrem hohen und strikten regulativen Anforderungen als au\u00dferordentlich schwierig. Der dadurch garantierte Qualit\u00e4tsstandard steht in grobem Missverh\u00e4ltnis zum erh\u00f6hten Versorgungsmangel. Die Anforderungen zur Betriebserlaubnis sollten daher auf ein angemessenes Ma\u00df gesenkt werden. Die F\u00f6rderung der Familienbildung muss zur effektiven Bek\u00e4mpfung der Folgen des demographischen Wandels mit einer Erh\u00f6hung der Erwerbst\u00e4tigkeitsquote einhergehen. Der Ausbau von 24-Stunden-Kitas und der Betreuungsangebote f\u00fcr Kinder unter drei Jahren muss deswegen in besonderem Ma\u00dfe gef\u00f6rdert werden. F\u00fcr ebendiese sollen vor\u00fcbergehend steuerliche Vorteile und eine staatliche Gr\u00fcnderf\u00f6rderung geschaffen werden. \u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><strong>den Fachkr\u00e4ftemangel in Kitas zu mindern.<\/strong> Neben langfristigen Ausbildungsstrategien sind eine Reihe von Sofortma\u00dfnahmen erforderlich: Das p\u00e4dagogische Personal muss von Verwaltungs- und Hauswirtschaftsaufgaben entlastet werden. Quereinsteigern soll der Einstieg leichter erm\u00f6glicht und ausl\u00e4ndische Bildungsabschl\u00fcsse leichter anerkannt werden. Fort- und Weiterbildungsma\u00dfnahmen f\u00fcr Quereinsteiger sollen dabei staatlich gef\u00f6rdert werden, um Qualit\u00e4tsstandards in der fr\u00fchkindlichen Bildung aufrechtzuerhalten. Um die ausscheidenden Erzieher im Kitabetrieb zu halten und auch jungen Erziehern die langfristige Perspektive zu geben, eine Kita zu leiten, sollen die Weiterbildungsm\u00f6glichkeiten ausgebaut werden. Au\u00dferdem m\u00fcssen die Zugangsm\u00f6glichkeiten zur Erzieherausbildung vereinfacht werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Deutschland zum Eigent\u00fcmerland zu machen.<\/strong> Die Wohnraumknappheit und die fehlende M\u00f6glichkeit, Wohneigentum zu erwerben, stellen ein gro\u00dfes Hindernis f\u00fcr junge Menschen dar, Familien zu gr\u00fcnden. Um die Eigentumsbildung zu unterst\u00fctzen, darf der Staat nicht l\u00e4nger an der Verteuerung von Immobilien mitverdienen. Deshalb fordern wir die Abschaffung der Grunderwerbsteuer und der Grundsteuer sowie die Senkung der Grundbuch- und Notargeb\u00fchren. Au\u00dferdem wollen wir die M\u00f6glichkeit schaffen, Mittel aus der betrieblichen Altersvorsorge f\u00fcr den Erwerb von selbstgenutzten Wohnimmobilien zu entnehmen oder als Kreditsicherheit zu nutzen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>familiengerechten Wohnraum zu schaffen.<\/strong> Die von uns angestrebte Deregulierung des Wohnungsmarktes und Entb\u00fcrokratisierung von Bauvorhaben sollen den Wohnungsmangel lindern. Ein Verbot von Einfamilienh\u00e4usern lehnen wir strikt ab.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Unterst\u00fctzung bei Kinderwunsch.<\/strong> Wenn Menschen ungewollt kinderlos sind, ist das nicht nur eine Trag\u00f6die f\u00fcr die Betroffenen, sondern auch ein Nachteil f\u00fcr die Gesellschaft. Bei der Kosten\u00fcbernahme einer Kinderwunschbehandlung, die ausschlie\u00dflich durch den Bund erfolgen soll, soll zuk\u00fcnftig mehr die individuelle Aussicht auf Erfolg eine Rolle spielen als einzelne willk\u00fcrliche Faktoren. Medizinische Faktoren m\u00fcssen bei der Frage der Kosten\u00fcbernahme der Hauptfaktor sein. Deswegen soll zum einen die Kosten\u00fcbernahme nicht mehr auf drei Versuche begrenzt sein. Zum anderen muss die untere Altersgrenze von 25 auf 18 Jahre gesenkt werden. Eine pauschale Obergrenze soll es nicht mehr geben. Denn eine feste Grenze entspricht vollkommener Willk\u00fcr. Zum anderen soll die Kosten\u00fcbernahme auf unverheiratete und\/oder queere Paare und alleinstehende Frauen erweitert werden. Zudem m\u00f6chten wir \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der Adoption und Embryonenspende verst\u00e4rkt aufkl\u00e4ren und diese unterst\u00fctzen. Gleiches w\u00fcrde bei Legalisierung f\u00fcr die Eizellspende und die Leihmutterschaft gelten.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>die Fruchtbarkeitskrise zu bek\u00e4mpfen.<\/strong> Die Fruchtbarkeit von Menschen in der gesamten westlichen Welt befindet sich seit Jahrzehnten in einem bemerkenswerten Abw\u00e4rtstrend. Eine breite Ursachenidentifikation und -bek\u00e4mpfung sollte gesundheitspolitisch deutlich st\u00e4rker priorisiert werden. Potenziell hormonaktive und fruchtbarkeitsgef\u00e4hrdende Chemikalien sollten strenger gepr\u00fcft und, wenn n\u00f6tig, in ihrer Nutzung gesetzlich beschr\u00e4nkt werden. Fr\u00fcherkennung von frauenspezifischen Krankheiten, wie z.\u00a0B. Endometriose, kann zur Verhinderung von Sp\u00e4tfolgen beitragen. Deswegen wollen wir die Erforschung solcher Krankheiten ausbauen. \u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><strong>die Einf\u00fchrung eines Mutterschutzes bei Fehlgeburten ab der 12.<\/strong> <strong>Schwangerschaftswoche.<\/strong> In den aktuellen Regelungen steht nur Frauen Mutterschutz zu, deren Schwangerschaft nach der 24. Schwangerschaftswoche endet. Ab dem dritten Monat soll es den Betroffenen erm\u00f6glicht werden, die vollen acht Wochen Mutterschutz in Anspruch zu nehmen. Der Mutterschutz soll hierbei als Schutzangebot des Staates verstanden werden und muss nicht genommen werden. Allgemein m\u00f6chten wir ein Gespr\u00e4chsangebot f\u00fcr alle Frauen unabh\u00e4ngig von der Schwangerschaftswoche einrichten. <\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><u>Pflege-Upgrade: Von Pflegekr\u00e4ften zu Pflegehelden<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;Der demografische Wandel macht auch im Bereich der Pflege nicht halt. Bis 2049 fehlen<br>&nbsp;laut Statistischem Bundesamt zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekr\u00e4fte. Bis 2055 soll<br>&nbsp;die Zahl der pflegebed\u00fcrftigen Menschen allein durch die zunehmende Alterung um 37<br>&nbsp;Prozent steigen, was bedeutet, dass mehr als 6,7 Millionen Menschen in Deutschland<br>&nbsp;pflegebed\u00fcrftig sein werden. Angesichts dieser alarmierenden Prognosen ist eine<br>&nbsp;Reform der Pflegepolitik unerl\u00e4sslich. Daher fordern wir:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>eine kapitalgedeckte Pflegeversicherung:<\/strong> Wir wollen den Pflegevorsorgefonds nachhaltig auch \u00fcber die Boomergeneration erweitern und aus der Verf\u00fcgungsgewalt der Regierung nehmen. Hierbei wollen wir an der Absicherung von festen Versicherungsleistungen in Form von Festbetr\u00e4gen festhalten. Kompatibel mit dem Gedanken der Eigenverantwortung und Eigenvorsorge sind daneben auch kapitalgedeckte private Zusatzversicherungen zur Absicherung sp\u00e4terer Pflegekosten. Da das Risiko, pflegebed\u00fcrftig zu werden, erst in hohem Alter stark ansteigt, haben gerade J\u00fcngere ausreichend Zeit, auch mit begrenzten Betr\u00e4gen eine nennenswerte Zusatzabsicherung aufzubauen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>eine Reduktion der B\u00fcrokratie:<\/strong> Pflegekr\u00e4fte in Pflegeeinrichtungen sollen von unn\u00f6tiger B\u00fcrokratie entlastet werden. Die Dokumentationspflichten sollen dahingehend reformiert werden, dass nur noch Abweichungen vom normalen Pflegealltag dokumentiert werden m\u00fcssen. Dies schafft mehr Zeit f\u00fcr die direkte Pflege und verbessert die Qualit\u00e4t der Betreuung. \u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><strong>mehr Digitalisierung in der Pflege<\/strong>: Dabei f\u00e4ngt es schon mit den Rahmenbedingungen an. Es soll eine fl\u00e4chendeckende Breitbandinfrastruktur, ein leistungsf\u00e4higes Mobilfunknetz und WLAN in den Pflegeeinrichtungen eingerichtet werden. In einem n\u00e4chsten Schritt soll die elektronische Patientenakte in Krankenh\u00e4usern und Pflegeeinrichtungen verpflichtend und Papierakten f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt werden. Die Arbeitsprozesse in der Pflege sollen bei Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI) wie der ePA durch die TI-Schulungen, verbesserte Interoperabilit\u00e4t und weitgehende Abschaffung von analogen Dokumentationsprozessen erleichtert werden. Zudem setzen wir uns f\u00fcr einen fl\u00e4chendeckenden und niedrigschwelligen Einsatz von digitalen Pflegeanwendungen (DiPA) ein.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Pflegehelden gerecht zu entlohnen<\/strong>: Tarifvertr\u00e4ge durch Gewerkschaften sind im Pflegebereich oft sehr starr, hemmen Gehaltssteigerungen und behindern eine durch Marktmechanismen gesteuerte Gehaltsfindung. Leistungsabh\u00e4ngige Gehaltserh\u00f6hungen und Boni sind praktisch nicht vorhanden. Um den Pflegemangel effektiv zu bek\u00e4mpfen, wollen wir die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Suche nach Pflegekr\u00e4ften auf neue F\u00fc\u00dfe stellen: Qualifizierte Pflegekr\u00e4fte, insbesondere im Bereich der Altenpflege, sollen die M\u00f6glichkeit bekommen, ihre Qualifikationen anzugeben, und interessierte Arbeitgeber k\u00f6nnten in einem Auktionsverfahren Geh\u00e4lter und Rahmenbedingungen je nach Bedarf und Angebot vorschlagen. <\/li>\n\n\n\n<li>\u00a0<strong>auch bei Krankenh\u00e4usern auf private Unterst\u00fctzung zu setzen<\/strong>: Der demographische Wandel wird auch unsere Krankenh\u00e4user vor neue Herausforderungen stellen. Daher ist es wichtig, diese so effizient wie m\u00f6glich aufzustellen. Deswegen wollen wir die L\u00e4nder bei dieser Aufgabe entlasten und mehr auf die Unterst\u00fctzung privater Tr\u00e4ger setzen. Kommunale Aktivit\u00e4ten sollen sich daher mit wenigen Ausnahmen auf die Sicherstellung der Grundversorgung fokussieren. Wir sprechen uns daf\u00fcr aus, Landeskrankenh\u00e4user f\u00fcr privates Kapital zu \u00f6ffnen oder Anteile abzusto\u00dfen. Es muss jedoch weiterhin sichergestellt werden, dass keine Versorgungsl\u00fccken entstehen und die Grundversorgung gesichert ist. Bei Forschungsaktivit\u00e4ten der entsprechenden Klinik muss die freie Forschung gew\u00e4hrleistet werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>bei der Krankenversicherung mehr auf Pr\u00e4vention zu setzen.<\/strong><br>Derzeit wird eher die Therapie von akuten schweren Krankheiten, die meist mit hohen Kosten verbunden ist, bevorzugt, als im Vorhinein mehr auf Pr\u00e4vention zu setzen. Dies k\u00f6nnen wir uns jedoch auch finanziell in der Zukunft nicht mehr leisten. Denn Pr\u00e4vention ist nicht nur besser f\u00fcr die Patienten, sondern auch billiger f\u00fcr unser Gesundheitssystem. Daher m\u00fcssen wir das Krankenversicherungssystem dahingehend Therapie von schweren Krankheiten, die meist mit hohen Kosten verbunden\u00a0ist, bevorzugt, als im Vorhinein mehr auf Pr\u00e4vention zu setzen. Dies k\u00f6nnen wir uns jedoch auch finanziell in der Zukunft nicht mehr leisten. Denn Pr\u00e4vention\u00a0ist nicht nur besser f\u00fcr die Patienten, sondern auch billiger f\u00fcr unser Gesundheitssystem. Daher m\u00fcssen wir das Gesundheitssystem dahingehend\u00a0reformieren.<\/li>\n\n\n\n<li>\u00a0<strong>mehr Pl\u00e4tze f\u00fcr Medizinstudenten. <\/strong>In Deutschland ist es mittlerweile kaum m\u00f6glich, mit einem Abitur von 1,0 einen Studienplatz f\u00fcr das Medizinstudium zu erhalten. Dies liegt unter anderem an der knappen Anzahl an Pl\u00e4tzen und der hohen Nachfrage. Aufgrund des demographischen Wandels werden in den n\u00e4chsten\u00a0Jahren viele \u00c4rzte in den Ruhestand gehen und zu wenige \u00c4rzte auf immer mehr Menschen in den Arbeitsmarkt nachr\u00fccken. Hierf\u00fcr m\u00fcssen mehr Studienpl\u00e4tze durch zur Verf\u00fcgung gestellte Mittel geschaffen werden. Dar\u00fcber hinaus wollen wir finanzielle Anreize f\u00fcr Medizinstudenten schaffen, die sich verpflichten, nach dem Studium f\u00fcr eine gewisse Zeit im Raum Berlin-Brandenburg zu praktizieren. Der Fokus soll dabei auf Regionen mit schlechter medizinischer Versorgung liegen.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gesellschaft wird immer \u00e4lter. W\u00e4hrend 1990 der Altersdurchschnitt noch bei 39 Jahren lag, ist er 2022 bereits auf 45 Jahre angestiegen. Auch in Stadtstaaten wie Berlin wird die Alterung der Gesellschaft sp\u00fcrbar sein. 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