08.03.2025

Für einen attraktiven Soldatenberuf

Der Soldatenberuf muss wieder attraktiv werden. Hierfür müssen im Geschäftsbereich
des BMVg erhebliche strukturelle Verbesserungen erfolgen.
Dies bedeutet konkret:

  • Für die Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland sind gut ausgerüstete und
    einsatzbereite Streitkräfte imperativ. Hierfür notwendige personelle und
    strategische Ressourcen müssen vollständig und ausreichend verfügbar sein. Die
    Bundeswehr muss vollständig ausgerüstet sein. Alle für die Landesverteidigung
    relevanten Fähigkeiten wie Flugabwehr oder Langstreckenaufklärung müssen
    aufrechterhalten werden. Darüber hinaus streben wir die Ausstattung der Truppe
    mit ausreichenden Materialreserven an.
  • Die Dezentralisierung des Personalmanagements und die Auflösung des BA Pers BW.
    Dafür soll ein Personalamt pro Teilstreitkraft geschaffen werden. Ein
    dezentrales Personalmanagement erlaubt den Teilstreitkräften bzw.
    Organisationsbereichen, nach ihren Bedarfen zu rekrutieren, verkürzt Prozesse
    zeitlich und schafft eine dauerhafte Zufriedenheit der Soldatinnen und Soldaten
    mit der Bundeswehr. Prinzipiell wollen wir die Zuständigkeit für Personalfragen
    auf die Divisionsebene als größte fachspezifische Organisationseinheiten
    auslagern. Wir wollen das bestehende Angebot des Berufsförderungsdienstes
    ausbauen und besser in der Truppe bewerben.
  • Die Sicherstellung umfassender psychologischer Betreuungsangebote. Jedes
    Sanitätsversorgungszentrum der Bundeswehr soll verpflichtend einen Psychologen
    oder eine Psychologin vorhalten müssen. Gleichsam wollen wir die
    Militärseelsorge säkular betrachten. Wir sprechen uns daher für die Abschaffung
    konfessionell gebundener Militärseelsorger aus.
  • Die Abschaffung des Zulagenwesens in der Besoldung, da das gegenwärtige
    kleinteilige Zulagenwesen erhebliche Verwaltungskosten verursacht. Stattdessen
    fordern wir ein deutlich überdurchschnittliches Einstiegsgehalt unabhängig von
    der Art des Dienstes.
  • Wertschätzung für die Reserve. Wir wollen Reservisten in allen
    Tätigkeitsbereichen der Bundeswehr sinnvoll einsetzen. Heranziehungen zu
    Reservedienstleistungen sollen kurzfristig möglich sein. Der
    Heranziehungsprozess für einfache Tätigkeiten, bspw. Objektschutz, sollte den
    Zeitraum von zwei Wochen nicht überschreiten. Weiterhin sollen besonders
    geeigneten Reservisten interessen- und qualifikationsgeleitet ansprechende
    Laufbahnen im Rahmen ihrer zivilen Verwendung ermöglicht werden, bspw. beim
    Bundesamt für Verfassungsschutz oder BND. Wir fordern die Einführung einer
    Freistellungspflicht für Reservedienstleistungen und Wehrübungen auf den
    öffentlichen Dienst.
  • Die Schaffung niedrigschwelliger Angebote für Ungediente zur nebenberuflichen
    militärischen Grundausbildung.
  • Der Zugang zu Informationsveranstaltungen an öffentlichen Schulen und
    Universitäten muss für die Bundeswehr in Kooperation mit den zuständigen
    Behörden möglich sein.
  • Bestimmte Verwendungen für EU-Ausländer mit ausreichenden Deutschkenntnissen
    öffnen.
  • Die automatische Anrechnung bestimmter militärisch erworbener Qualifikationen
    (wie bspw. Führerscheine der Klasse C oder im Rahmen der Ausbildung als Combat
    First Responder erlangte Fähigkeiten) auf zivile Ausbildungen ermöglichen.
  • Die Schaffung von Anreizmodellen für freiwillig Wehrdienstleistende, bspw. in
    Form der Anerkennung von Wehrdienstzeiten als doppelte Wartesemester für
    zulassungsbeschränkte Studiengänge, unabhängig von der Fachrichtung oder im Rahmen von Zuschüssen zum Erwerb des Führerscheins.
  • Die verpflichtende Musterung aller deutschen Staatsbürger innerhalb des 18. Lebensjahres, um den Soldatenberuf vor dem Hintergrund seiner existenziellen Relevanz für Deutschland allen Deutschen nahezubringen.

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